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descriptionToilettenschild
Bakterien gelangen bei Frauen besonders schnell in die Blase. So kann z. B. sexuelle Aktivität bei ihnen zur sogenannten Honeymoon-Zystitis führen.
descriptionToilettentür
Die Symptome sind meistens eindeutig und heftig: Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen und ständiger Harndrang sind Anzeichen einer Blasenentzündung.
descriptionPetrischalen
Die Blase ist von Natur aus gut vor Krankheitserregern geschützt. Einigen gelingt es manchmal trotzdem, sich dort anzusiedeln. Die Urinuntersuchung entlarvt sie.
descriptionTabletten
Nur konsequente Therapie schützt vor dem Wiederaufflackern der schmerzhaften Entzündung – aber auch vor einer Ausbreitung in die Nieren.
descriptionPreiselbeeren
Gibt es so etwas wie Blasenpflege? Ja! Viel trinken, warm halten, sorgfältige Hygiene und bestimmte Heilpflanzen sorgen für eine optimale Blasenfunktion.
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Vor allem ein Problem von Frauen

Meist rufen Bakterien des Typs Escherichia coli eine Harnblasenentzündung (kurz: Blasenentzündung) hervor. Sie wandern in der Regel vom Darmausgang zur Harnröhre. Dabei haben sie es bei Frauen leichter: ihre Harnröhre ist kürzer und liegt näher am After. Schwangerschaft oder Geschlechtsverkehr fördern bei Frauen die Infektion, bei Männern altersbedingte Verengungen der Harnwege.

Im Überblick



Etwa jede siebte Frau leidet mindestens einmal im Jahr an einer Blasenentzündung. Jahr für Jahr erkranken etwa fünf Prozent aller jungen Frauen zum ersten Mal an dieser unangenehmen, aber meist harmlosen Infektion. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Frauen, die mit Harnblasenentzündungen (auch als Blasenentzündung, Harnwegsinfekt oder Zystitis bezeichnet) zu tun haben, auf bis zu 20 Prozent an.

Während manche nur einmal im Leben Bekanntschaft mit dieser oft schmerzhaften Entzündung machen, reiht sich bei anderen, die besonders empfänglich dafür sind, eine Entzündung an die andere. Dass das weibliche Geschlecht besonders anfällig für dieses lästige Leiden ist, bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch Männer, Säuglinge und Kinder daran erkranken können.

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Drei Häufigkeitsgipfel

Schaut man sich an, wann es in der Bevölkerung zu Harnwegsinfekten kommt, fällt auf, dass es offenbar drei Häufigkeitsgipfel gibt. Alle drei stehen mit dem Alter der Betroffenen in Zusammenhang: Die größte Gruppe bilden die geschlechtsreifen Frauen – wahrscheinlich weil diese Frauen sexuell aktiv und durch Schwangerschaften empfänglicher für diese Art von Infektion sind. Dann folgt die Gruppe der Säuglinge und Kleinkinder. Hier gehen Harnwegsinfektionen meist auf das Konto von in dieser Altersgruppe noch häufigeren Schmierinfektionen oder (noch) unbehandelten Fehlbildungen der Harnwege. Die dritte Gruppe ist die der älteren Menschen, Männer wie Frauen. Hier treten Harnwegsinfekte gehäuft wegen altersbedingter Verengungen der Harnwege – zum Beispiel, weil eine vergrößerte Prostata oder ein Gebärmuttervorfall auf die Harnröhre drückt – auf.
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Blasenentzündungen: Frauen bevorzugt

Dass Frauen sehr viel häufiger an Blasenentzündungen leiden als Männer, hat – so wird meist vermutet – zwei Hauptgründe: Erstens ist die Harnröhre der Frau kürzer als die des Mannes, sodass Keime auch einen kürzeren Weg in die Harnblase haben. Zweitens liegen Harnröhrenausgang und Afterregion dicht beieinander, sodass es leichter zu Schmierinfektionen mit dem Haupterreger für Blasenentzündung, E. coli, kommen kann. Das Bakterium ist Bestandteil einer gesunden Darmflora. Neueren Untersuchungen zufolge sind jedoch diese Erklärungen möglicherweise gar nicht so bedeutsam für die Empfänglichkeit von Blasenentzündungen wie Anomalien des Immunsystems. Hier ist sicherlich noch Forschung nötig.

Unbestritten ist jedoch, dass auch Geschlechtsverkehr zu einer Verschleppung von Keimen in die Harnblase beitragen kann. Man spricht von der sogenannten Honeymoon-Zystitis. Aber auch Verhütungsmethoden, die auf das Abtöten von Spermien abzielen und damit das gesunde, erregerabweisende Scheidenmilieu (vorübergehend) aus dem Gleichgewicht bringen können, gehören zu den Ursachen. Das Gleiche gilt übrigens für Antibiotikatherapien, die sich ebenfalls ungünstig auf die gesunde Scheidenflora auswirken und damit Keime begünstigen, die in die Harnblase wandern können.
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Blasenentzündungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sind Frauen anfälliger für Blasenentzündungen. Der Grund: Der erhöhte Spiegel der Schwangerschaftshormone wirkt entspannend auf die Harnwegsmuskulatur, sodass Krankheitskeime leichter durch die Harnröhre in die Harnblase eindringen können. Vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte wird oft eine Vermehrung von Bakterien im Urin festgestellt, weil der Säuregrad des Urins schwangerschaftsbedingt verändert ist und die größer werdende Gebärmutter auf die Harnwege drückt. So staut sich der Urin leichter und Bakterien können sich gut vermehren.

Schwangere sollten es nicht auf den Versuch ankommen lassen und darauf hoffen, dass die Blasenentzündung von alleine verschwindet, sondern bei Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen gleich zum Arzt gehen. Auch andere Symptome wie Blut im Urin oder Fieber dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden und müssen sofort in fachkundige Behandlung. Denn Harnwegsinfekte können nicht nur eine Nierenbeckenentzündung verursachen, sondern auch vorzeitige Wehen auslösen. Deswegen gilt für Schwangere: immer viel trinken, um in die Harnblase aufsteigende Keime rasch aus dem Körper zu spülen – 1,5 Liter am Tag sollten es schon sein.
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Harnwegsinfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern kann nicht ausgeschlossen werden, dass Mikroorganismen den Harntrakt besiedeln und eine Infektion verursachen. Fehlbildungen – zum Beispiel eine Erweiterung der Harnwege – können Infekte noch begünstigen. Eine solche Entzündung ist schwer zu diagnostizieren, weil ein vermehrter Harndrang noch nicht mitgeteilt werden kann und häufigeres Wasserlassen leicht unbemerkt bleibt. Zudem verlaufen Harnwegsinfektionen bei Säuglingen oft (nicht immer) ohne Fieber, sodass auch dieses Warnsymptom fehlt. Der Verdacht auf eine Erkrankung entsteht deshalb oft erst dann, wenn bereits schwere Krankheitssymptome vorliegen: Das Baby trinkt weniger, verliert an Gewicht, entwickelt eine Gelbsucht oder eine kränklich blasse Hautfarbe. Zudem können die Babys auf Berührung im Flanken-/Rückenbereich empfindlich reagieren. Bei älteren Säuglingen tritt oft hohes Fieber auf, das von Durchfall und Erbrechen sowie Anzeichen einer Gehirnhautentzündung begleitet sein kann.

Bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt hat der Kinderarzt verschiedene Möglichkeiten, Urin zu gewinnen, um die Diagnose zu bestätigen und eventuelle Erreger genauer zu bestimmen. Auch mit der Sonografie lassen sich typische Veränderungen durch Harnwegsinfektionen oder auch Fehlbildungen identifizieren. Welche Therapie dann eingeleitet wird, richtet sich danach, wie weit der Harnwegsinfekt fortgeschritten ist und welche Erreger (meist E. coli) ihn verursacht haben. Auch hier kommt man für gewöhnlich ohne ein unmittelbare antibiotische Therapie nicht aus.
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Harnwegsinfektionen bei Männern

Harnwegsinfekte bei jungen Männern sind eher selten. Jeder Verdacht auf einen Harnwegsinfekt sollte aber unbedingt ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Denn – anders als meist bei Frauen – gilt bei Männern, dass solange von einem komplizierten Verlauf auszugehen ist, bis das Gegenteil bewiesen ist. Ist die Prostata mitbeteiligt, liegt oft ein schweres Krankheitsbild mit Schmerzen im Unterbauch und Dammbereich sowie Fieber vor.

Meist bekommen Männer nicht „einfach so“ einen Harnwegsinfekt, sondern weil bestimmte Veränderungen im Harntrakt sie dazu prädisponieren. Deswegen muss bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt bei Männern immer auch an eine Harnröhrenverengung, Blasensteine, eine Vergrößerung der Prostata oder einen Tumor gedacht werden.
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Baby mit Windel
© Shutterstock
Vorsicht Schmierinfektionen: Auch Babys und Kleinkinder sind nicht vor Blasenentzündungen sicher.
Grafik: Harnapparat beim Mann
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Der kleine Unterschied: Die längere Harnröhre des Mannes scheint ein gewisser Schutz vor Keimen zu sein, die in die Harnblase aufsteigen.
Kondom
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Dreifach wirksam: Kondome schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Infektionen – und Blasenentzündung.
Schwangerschaftsbauch
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Lieber gleich zum Arzt: In der Schwangerschaft kann es besonders leicht zu Blasenentzündungen kommen. Hier ist schnelle ärztliche Hilfe angesagt.
Baby-Massage
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Wenn Streicheln wehtut : Reagieren Babys auf Berührungen im Flanken-/Rückenbereich empfindlich, könnte ein Harnwegsinfekt dahinterstecken.