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Gel gegen Borreliose
Jedes Jahr im Frühling kommen sie hervor – die Zecken. Die Parasiten können Borrelien, die Erreger der Lyme-Borreliose, übertragen. Die Krankheit, die Gelenke und Organe schädigen kann, bleibt oft unerkannt. Ein neuartiges Gel soll künftig einer Infektion vorbeugen. Etwa 30 Prozent der Zecken sind Überträger der Lyme-Borreliose. Beim Stich schleust der Parasit Bakterien, die Borrelien, in den Körper ein, die sich dann ausbreiten. Die Krankheit wird oft zu spät oder gar nicht erkannt. Vor allem, wenn die charakteristische Rötung rund um die Stichstelle ausbleibt, sind Ärzte häufig ratlos. Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose rheumaähnliche Beschwerden auslösen, Gelenke, Muskeln sowie Nerven schädigen und Organe befallen. Borreliose ist aber nur zu Beginn der Erkrankung gut mit Antibiotika behandelbar. Ist die Krankheit weit vorgeschritten oder bereits chronisch, lässt sie sich nur noch schwer bekämpfen.
Eine zugelassene Prophylaxe gibt es derzeit nicht. Das könnte sich jedoch bald ändern: Künftig soll ein neuartiges Gel die Infektion bereits im Keim ersticken. Betroffene müssen es gleich nach dem Zeckenstich lokal auftragen.
Innerhalb der ersten fünf Tage wirksam „Trägt man das Gel gleich nach dem Entfernen der Zecke an der Stichstelle auf und wartet gar nicht erst eventuelle Symptome ab, könnte die Lyme-Borreliose verhindert werden. Denn die Bakterien halten sich die ersten Tage um die Zeckenstichstelle auf und breiten sich erst dann aus. Der aktive Wirkstoff des Gels ist Azithromyzin, das sehr effektiv gegen Borrelien wirkt und diese lokal in der Haut abtötet“, sagt Dr. Jens Knauer, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika sind keine Resistenzen von Borrelienstämmen gegen Azithromyzin bekannt. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs: Er ist nebenwirkungsarm und belastet den Körper daher nicht.
Die Behandlung ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn das Arzneimittel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich aufgetragen wird. „Eine etablierte Infektion lässt sich mit dem Gel nicht therapieren, es eignet sich ausschließlich zur Prophylaxe“, betont Knauer. Seit vergangenem Sommer testen die Forscher das Medikament an Personen mit Zeckenstichen. „Sollten sich die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen bestätigen, kann das Gel helfen, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu senken“, erklärt Jens Knauer.
Gel immer mitnehmen Allein in Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jährlich bis zu 60.000 Menschen an Lyme-Borreliose – Tendenz steigend. Denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Zecken immer mehr aus. „Sobald das Gel in Apotheken zu kaufen ist, sollten besonders gefährdete Personen wie beispielsweise Forstbedienstete, Jäger oder Jogger es immer bei sich tragen“, empfiehlt Knauer.
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Informationen dazu, wie Sie sich gegen Zeckenstiche schützen können und welche Insektenschutzmittel am besten wirken, erhalten Sie bei uns in der Apotheke. Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft