Hormonelle Verhütungsmethoden: Pille, Stäbchen, Spritze, Spirale oder Pflaster
Hormonelle Verhütungsmethoden greifen, vereinfacht gesprochen, so in den Zyklus der Frau ein, dass es nicht zu einer Empfängnis kommt. Die Pille ist bei weitem nicht die einzige hormonelle Empfängnisverhütung, wohl aber die beliebteste, bekannteste und am weitesten verbreitete. Mehr dazu, aber auch zu den anderen hormonellen Verhütungsmethoden, erfahren Sie hier. Im Überblick
Klein, leicht, zuverlässig: die Pille
(Pearl-Index: 0,1-0,9) Sie heißt „Antibabypille“ und feiert bald ihren 50. Geburtstag. Seit die erste Pille 1960 in Amerika auf den Markt kam, ist sie immer wieder verbessert worden: Für fast jede Frau gibt es heute die passende Pille – gut verträglich, leicht in der Handhabung und, was ihren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft angeht, nur noch von der Sterilisation zu überbieten. Kein Wunder also, dass fast die Hälfte aller Frauen zwischen 14 und 44 auf die Pille setzt, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Hat man erst einmal die richtige Pille für sich gefunden, braucht es eigentlich nur eins, damit sie ihren vollen Empfängnisschutz entfalten kann: die regelmäßige Einnahme.
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Pille und Mikropille
Der Wirkmechanismus der Pille beruht im Wesentlichen darauf, durch eine Kombination von bestimmten weiblichen
Hormonen – dem künstlichen
Östrogen Ethinylestradiol und verschiedenen
Gestagenen (Gelbkörper
hormon) – Eireifung
und Eisprung zu unterdrücken (
Ovulationshemmung) und den
Zervixschleim so zu verändern, dass er für
Spermien undurchlässig wird. Durch diese Kombination wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht und eine Befruchtung
praktisch unmöglich gemacht.
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Was unterscheidet nun die Pille von der Mikropille? Der
Östrogengehalt! Enthält eine einzige Pille – oder Tablette – weniger als 0,05 Milligramm, so handelt es sich um eine Mikropille. Die meisten Pillen, die heute im Handel sind, haben einen
Östrogengehalt von 0,02 oder 0,03 Milligramm – ihr
Pearl-Index liegt mit 0,1-0,9 bei dem der herkömmlichen Antibabypille. Nicht zu verwechseln ist die Mikropille mit der
Minipille, die nur
Gestagene enthält.
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Die richtige Einnahme
Damit der Empfängnisschutz wirklich gewährleistet ist, dürfen Sie nicht vergessen, die Pille regelmäßig einzunehmen. Selbst wenn Sie zum ersten Mal – oder nach langer Zeit wieder - die Pille nehmen, schützt sie sofort mit der ersten Tablette, die am ersten Tag der Periode eingenommen wird.
Einphasenpille (Kombinierte Pille) Wenn Ihnen Ihr/e Frauenärztin/arzt eine Einphasenpille verschrieben hat, also ein Kombinationspräparat, das über den gesamten Zeitraum der Einnahme ein festes Verhältnis von
Östrogenen und
Gestagenen hat, nehmen Sie die Pille mit Beginn der Regel 21 Tage lang und machen dann eine Pause von 7 Tagen, bevor der nächste Einnahmezyklus beginnt. Diese Pille ist fast zu 100 Prozent sicher – bei richtiger Einnahme liegt ihr
Pearl-Index bei 0,2 bis 0,5. Um Einnahmefehler zu vermeiden, gibt es aber auch Präparate, die 28 Pillen enthalten. Dabei enthalten die Tabletten für die letzten sechs bis sieben Tage keinen Wirkstoff mehr.
Zweiphasenpille (Sequenzpräparate)
Mit der Zweiphasenpille wird versucht, den hormonellen
Zyklus der Frau möglichst genau nachzuahmen. Aus diesem Grund enthalten die ersten 7 Tabletten nur
Östrogene und – ab der Zyklusmitte – die nächsten 14 Tabletten eine Mischung aus
Östrogenen und
Gestagenen. Nach Einnahme der 21 Tabletten wird für 7 Tage pausiert.
Dreiphasenpräparate
Dreiphasenpräparate stufen die
Hormondosen noch differenzierter – einige Hersteller machen das deutlich, indem in den einzelnen Phasen die Pillen unterschiedliche Farben haben.
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Hat die Pille Nebenwirkungen? Ganz abgesehen davon, dass sie unbestreitbar gewisse „soziale Nebenwirkungen“ hat – Verhütung wird mit der Pille vollends zur Frauensache, um die Männer sich nicht zu kümmern brauchen –, sind leichte gesundheitliche Nebenwirkungen möglich, zu denen es aber eher selten kommt. Zu diesen möglichen Nebenwirkungen gehören
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Zwischenblutungen
- Begünstigung von Scheidenpilzinfektionen
- Spannungsgefühle in den Brüsten
- Verminderung der Libido
In jedem Fall sollten Sie sich genau von Ihrem Arzt erklären lassen, zu welchen möglichen Nebenwirkungen es durch Ihre spezielle Pille kommen kann.
Gewichtszunahme Die Einnahme der Pille kann manchmal innerhalb kürzester Zeit zu einer Gewichtszunahme von bis zu 3 Kilo führen. Dieses Mehr auf der Waage geht zumeist nicht auf das Konto eines (durch die Pille möglicherweise gesteigerten) Appetits, sondern ist Wasser, das sich aufgrund der
Östrogene in der Pille im Gewebe einlagert. Pillen, zum Beispiel die Minipille, die das
Gestagen Drospirenon enthalten, vermindern das Risiko von Wassereinlagerung bis zu einem gewissen Umfang, weil sie ausschwemmend wirken. Manche Frauen wiegen mit einem Drospirenon-Präparat sogar bis zu einem Pfund weniger – aber nicht, weil Fett abgebaut, sondern Wasser ausgeschwemmt wurde. Wird die Pille abgesetzt, löst sich das Problem mit den Wassereinlagerungen ganz von selbst – das Wasser wird einfach wieder ausgeschieden. Aber auch der Appetit kann als Antwort auf die
Hormonzufuhr durch die Pille vermindert oder gesteigert sein – hier hilft dann nur eine bewusste Ernährung, um einer zu starken Ab- oder Zunahme vorzubeugen.
Rauchen und Krebsrisiko unter Pilleneinnahme Der Verdacht, dass die Pille in Zusammenhang mit verschiedenen Krankheitsbildern wie
Thrombosen,
Herzinfarkt, Scheidenpilzinfektionen,
Depressionen oder Brustkrebs in Zusammenhang stehen könnte, taucht immer wieder auf. Gesichert sind die meisten Zusammenhänge jedoch nicht. Insbesondere bei Frauen, die rauchen, scheint jedoch das Risiko für
Thrombosen,
Lungenembolien,
Schlaganfall und
Herzinfarkt erhöht zu sein. Verschiedene Autoren weisen wiederum darauf hin, dass die
Thrombose-Gefahr durch eine Schwangerschaft höher sei als durch das Rauchen. Neuere Untersuchungen zur Abklärung, ob die Pilleneinnahme das Risiko zur Bildung einigen Krebsarten begünstigt, zeigen, dass das Risiko zur Bildung eines Brust- und Eierstockkrebs nicht erhöht ist. Der Gebärmutterschleimhautkrebs soll sogar unter der Pilleneinnahme seltener auftreten, ein anderes Bild ergibt sich jedoch beim Gebärmutterhalskrebs, der etwa viermal häufiger unter Pilleneinnahme, die länger als 5 Jahre dauerte, vorkam. Auch Lebertumore sollen etwas öfter vorkommen. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Pille nicht nur als eine sehr sichere und bequeme, sondern auch risikoarme Form der Empfängnisverhütung gelten darf.
Schönere Haut Zu Recht freuen sich gerade junge Frauen oft, dass ihre Haut durch die Pille schöner geworden ist und eine
Akne nachgelassen hat. Der Grund dafür: Durch die Pille kommt es zu einem relativen Absinken der männlichen
Hormone im Blut – die Talgdrüsen produzieren weniger Talg, verstopfen nicht so leicht, und es kommt zu weniger Entzündungen.
Was kann sich noch durch die Pille verändern? Neben dem – bei regelmäßiger Einnahme – fast hundertprozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft nehmen viele Frauen die Pille auch deswegen, weil sie so einen regelmäßigen
Zyklus bekommen und/oder die Blutungen meist schwächer und weniger bis gar nicht schmerzhaft sind. Bevor man aber deshalb zur Pille greift, sollte man sich zuvor gründlich ärztlich untersuchen lassen, um die Ursachen abzuklären.
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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Generell ist es ratsam, vor Einnahme von anderen Medikamenten mit dem Arzt darüber zu sprechen, inwieweit diese den Empfängnisschutz durch die Pille beeinträchtigen könnten.
Antibiotika und bestimmte Medikamente gegen Epilepsie reduzieren zum Beispiel die Wirksamkeit der Pille. In solchen Fällen gehen Sie lieber auf Nummer sicher und verwenden zusätzlich ein
Kondom oder
Diaphragma.
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Hilfe, ich habe die Pille vergessen! Nicht so schlimm, wenn Ihnen das innerhalb von 12 Stunden nach Ihrer gewohnten Einnahmezeit einfällt – dann nehmen Sie die vergessene Pille sofort und alle weiteren Pillen wie geplant zur gewohnten Uhrzeit. Sind die 12 Stunden überschritten, reicht der Schutz möglicherweise nicht mehr aus. In diesem Fall nehmen Sie die vergessene Pille und alle weiteren Pillen wie gehabt. Auf einen zusätzlichen Empfängnisschutz, etwa
Kondome, sollten Sie aber nicht verzichten, damit Sie nicht ungewollt schwanger werden. Haben Sie die Pille vergessen und ungeschützt Verkehr gehabt, sollten Sie schnell zum Arzt gehen. Falls dieser Ihnen nämlich zur Pille danach rät, haben Sie im günstigsten Fall drei Tage Zeit – danach kann auch die Pille danach wahrscheinlich nichts mehr ausrichten.
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Ist die Pille immer gleich wirksam? Bei richtiger und regelmäßiger Anwendung: ja. Es gibt aber Situationen, in denen ein zusätzlicher Schutz mit mechanischen Verhütungsmitteln ratsam ist – wenn Sie unter starkem Durchfall und/oder Erbrechen gelitten oder sich eine Infektion zugezogen haben und
Antibiotika einnehmen mussten. Wenn sich dann herausstellt, dass ein Baby unterwegs ist, obwohl Sie die Pille weiterhin genommen haben, nimmt das Ungeborene keinen Schaden. Einen Besuch bei Ihrem Frauenarzt sollten Sie in diesem Fall dennoch nicht aufschieben.
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Unfruchtbar nach Einnahme der Pille? Nein. In der Regel kommt es nach dem Absetzen der Pille bald wieder zu normalen Zyklen. Es kann in Ausnahmefällen aber auch mal bis zu neun Monaten dauern, bis sich der
Hormonhaushalt wieder normalisiert hat.
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Minipille und neue Minipille
Die Minipille enthält, anders als Pille und Mikropille
, kein
Östrogen, sondern nur das
Hormon Gestagen. Deswegen eignet sie sich besonders für Frauen, die zum Beispiel wegen ihres Thromboserisikos lieber auf eine
östrogenhaltige Pille verzichten. Auch für Frauen, die stillen, ist die Minipille von Vorteil, weil damit weniger
Hormone an das Baby weitergegeben werden als mit der Pille beziehungsweise Mikropille.
Die Wirkung der Minipille beruht darauf, dass zum einen der Schleimpfropf, der den Gebärmutterhals verschließt, undurchlässig für
Spermien und zum anderen die Gebärmutterschleimhaut nicht genügend aufgebaut wird, als dass sich ein befruchtetes Ei einnisten könnte. Um den Empfängnisschutz der Minipille noch sicherer zu machen, enthält die neue Minipille das
Gestagen Desogestrel, das den Eisprung verhindert.
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Für alle Frauen geeignet? Weil die Minipille vergleichsweise niedrig dosiert ist, können auch Frauen, die stillen, damit verhüten. Die Menge der an das Kind mit der Muttermilch gegebenen
Hormone ist so gering, dass sie aus heutiger Sicht unbedenklich ist.
Frauenärztinnen und –ärzte raten jedoch Frauen von der Einnahme der Minipille ab, die einen zu hohen Blutdruck (über 160/95) haben, über 35 sind, rauchen, aufgrund bestimmter Erkrankungen eine verstärkte Neigung zu
Thrombosen haben oder bereits eine
Thrombose oder einen
Herzinfarkt hinter sich haben. Auch wenn bereits einmal eine
Extrauteringravidität – also zum Beispiel eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft – aufgetreten ist, sollte nicht mit der Minipille verhütet werden.
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Die richtige Einnahme Die Minipille wird ohne Unterbrechung jeden Tag und möglichst immer um dieselbe Uhrzeit genommen, da der sicherer Empfängnisschutz gefährdet ist, sollte die tägliche Einnahmezeit
drei Stunden überschreiten. Der
Pearl-Index der Minipille liegt bei 0,4-4,3.
Bei der neuen Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel muss dagegen die tägliche Einnahme nicht unbedingt auf die Stunde genau erfolgen. Zwar ist eine regelmäßige Einnahme immer sinnvoll und sollte zur Tagesroutine gehören, die neue Minipille verkraftet es aber auch, wenn sie ausnahmsweise einmal einen halben Tag zu spät genommen wird, ohne dass gleich ihr Empfängnisschutz in Frage gestellt ist. Ihr
Pearl-Index liegt übrigens zwischen 0,14 und 0,4.
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Hat die Minipille Nebenwirkungen? Nebenwirkungen wie Hautprobleme, Übelkeit und Gewichtszunahme sind bei der Minipille eher die Ausnahme. Manche Frauen haben jedoch unregelmäßige, eventuell auch leichtere und kürzere Blutungen. Hin und wieder kann es vorkommen, dass die Blutungen ganz ausbleiben. Gelegentlich wird auch das Auftreten von
Zysten beobachtet.
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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Antibiotika, manche
Psychopharmaka und bestimmte Medikamente gegen Epilepsie beeinträchtigen die Wirksamkeit der Minipille. In solchen Fällen gehen Sie lieber auf Nummer sicher und verwenden Sie zusätzlich ein
Kondom oder
Diaphragma. Und: Beraten Sie sich auf alle Fälle mit Ihrem Arzt, wenn Sie außer der Pille andere Medikamente einnehmen wollen oder müssen.
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So sicher wie die Pille: Der Vaginalring
(Pearl-Index: 0,4-0,65) Wer sich einen ebenso sicheren Empfängnisschutz wünscht, wie ihn die Pille bietet, aber nicht jeden Tag an seine Pille denken möchte, für den ist der Vaginalring geeignet. Der weiche Kunststoffring von gut 5 Zentimetern Durchmesser wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und kann dort 21 Tage verbleiben. Nach einer Pause von 7 Tagen wird dann ein neuer Vaginalring eingesetzt. Weil der Vaginalring nicht, wie die Pille, den Verdauungstrakt passieren muss, um seine Wirkung zu entfalten, eignet er sich auch gut für Frauen, die Magen-Darm-Probleme haben und zum Beispiel hin und wieder unter Durchfall und Erbrechen leiden.
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Wie wirkt der Vaginalring?
Wie die Pille enthält der Vaginalring das
Östrogen Ethinylestradiol und das
Gestagen Desogestrel. Diese
Hormone werden von der Scheidenschleimhaut aufgenommen und gelangen ins Blut, wo sie dazu führen, dass Eireifung und Eisprung verhindert werden und damit keine befruchtungsfähigen Eizellen ihre Reise in die Gebärmutterhöhle antreten können.
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Den Vaginalring einsetzen: Selbst ist die Frau
Der weiche Vaginalring lässt sich leicht zwischen Daumen und Zeigefinger zusammendrücken und wie ein Tampon in die Scheide einführen. Obwohl jede Frau das leicht selbst kann, sollten Sie zuerst mit Ihrer/m Frauenärztin/arzt sprechen, denn je nach Ihrer persönlichen „Verhütungsvorgeschichte“ ist der Zeitpunkt für die erste Anwendung des Vaginalrings unterschiedlich:
Sie haben bisher mit einer Pille verhütet? Dann beenden Sie vorschriftsmäßig den Einnahmezyklus des bisher verwendeten Präparates und setzen am 8. Tag nach der letzten Pille den Vaginalring ein. Auf diese Weise haben Sie einen zuverlässigen Empfängnisschutz und benötigen keine zusätzlichen Verhütungsmittel.
Sie haben bisher mit Minipille, Verhütungsstäbchen oder Dreimonatsspritze verhütet? Bei diesen Präparaten, deren Schutz nur auf der Wirkung von
Gestagenen beruht, brauchen Sie nach Absetzen der Verhütungsmethode nicht zu warten und können sofort den Vaginalring einsetzen. Damit Sie trotzdem sicher geschützt sind, sollten Sie aber vorsichtshalber in den ersten 7 Tagen nach Einsetzen des Rings noch zum Beispiel mit Kondomen verhüten. Danach können Sie auch darauf verzichten.
Sie verhüten zum ersten Mal oder haben vorher nicht hormonell verhütet? In diesem Fall ist der richtige Zeitpunkt für den Einsatz des Vaginalrings die Periode zwischen dem 1. und 5. Tag. Keine Angst: Tampons zum Auffangen des Regelblutes können trotzdem wie gewohnt verwendet werden. Richtig sicher verhütet der Ring, wenn Sie in den ersten 7 Tagen nach Einsetzen zusätzlich zum Beispiel Kondome verwenden.
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Kann es zu Nebenwirkungen kommen?
Auch wenn der Vaginalring „nur“ in die Scheide eingeschoben wird: Er setzt, wie die Pille,
Hormone frei, die zu Nebenwirkungen führen können, die in etwa denen der
Pille entsprechen.
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Ich habe vergessen, den Vaginalring zu entfernen
Die Wirkdauer des Vaginalrings ist für 21 Tage vorgesehen. Sicherheitshalber haben die Hersteller aber einen kleinen Puffer eingebaut – für den Fall, dass er nicht rechtzeitig entfernt wird. Dieser Puffer beträgt etwa 7 Tage, so lange ist der Empfängnisschutz gewährleistet. Auf alle Fälle sollte dann aber für eine Woche pausiert und danach ein neuer Ring eingesetzt werden.
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Kann ich den Vaginalring aus Versehen „verlieren“?
Normalerweise kann der Vaginalring nicht einfach aus der Scheide hinauspurzeln. Wenn doch – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr oder wenn Sie ein Tampon entfernen – ist das auch kein Drama! Einfach unter lauwarmem Wasser abspülen und gleich wieder einsetzen. Übrigens: Solange zwischen dem Herausrutschen des Vaginalrings und dem Widereinsetzen nicht mehr als 3 Stunden liegen, sind Sie vor einer Empfängnis geschützt! Dauert es länger, ist eine zusätzliche Verhütung, zum Beispiel mit Kondomen, sehr zu empfehlen.
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Wirkung aus dem Depot: Die Drei-Monats-Spritze
(Pearl-Index: 0,3-1,4) Dieser Empfängnisschutz ist für Frauen gedacht, die sich nicht täglich oder bei jedem sexuellen Kontakt mit dem Thema Verhütung beschäftigen wollen und die die Pille nicht vertragen.
Drei-Monats-Spritzen enthalten ein hochdosiertes Depot-
Gestagen, das vom Frauenarzt alle drei Monate in den Oberarm- oder den Gesäßmuskel injiziert wird und mit einem
Pearl-Index von 0,3-1,4 einen guten Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft bietet. Das
Gestagen bewirkt einerseits, dass es nicht zum Eisprung kommt, und andererseits, dass
Spermien kaum eine Chance haben, in die Gebärmutter zu gelangen, weil der Schleimpfropf, der sie verschließt, durch das künstliche
Gestagen nahezu unpassierbar für sie ist.
Idealerweise sollte die Spritze alle drei Monate gegeben werden, je nach Inhaltsstoff unterscheidet sich der Injektionsbeginn etwas, ebenso wie die ersten nachfolgenden Spritzen. Wird der Termin für die fällige Auffrischinjektion einmal überschritten, gehen Sie lieber auf Nummer sicher, wenn Sie nicht schwanger werden wollen, und verwenden Sie zusätzlich
Kondome oder andere Verhütungsmethoden.
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Für alle Frauen geeignet?
Die Drei-Monats-Spritze ist deutlich höher dosiert als die Pille wird nur in Ausnahmefällen verschrieben, beispielsweise wenn die Pille nicht vertragen wird!
Nicht geeignet ist die Drei-Monats-Spritze, wenn eine Frau unter hohem Blutdruck oder Fettstoffwechselstörungen leidet, zu Venenentzündungen und Thrombosen neigt oder an Brustkrebs oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut erkrankt ist.
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Hat die Drei-Monats-Spritze Nebenwirkungen?
Die Wirkung der Drei-Monats-Spritze wird nicht – wie etwa die der Pille – durch starkes Erbrechen und/oder Durchfall beeinträchtigt und kann daher eine Option für Frauen sein, die an bestimmten Darmerkrankungen wie etwa
Colitis ulcerosa oder
Morbus Crohn leiden. Nebenwirkungen sind jedoch auch bei dieser Verhütungsmethode nicht auszuschließen:
- Mitunter berichten Frauen, dass sie stimmungslabil sind, launisch und auch depressiv.
- Auch eine Gewichtszunahme ist möglich.
- Weitere mögliche Nebenwirkungen der Drei-Monats-Spritze sind Zyklusstörungen, die sich zum Beispiel durch Schmierblutungen und/oder verstärkte Blutungen bemerkbar machen.
- Wird über einen längeren Zeitraum mit der Drei-Monats-Spritze verhütet, kann es in Ausnahmefällen dazu kommen, dass die Menstruation ausbleibt. In der Regel normalisiert sich der Hormonhaushalt innerhalb eines halben Jahres.
- Einige Studien weisen darauf hin, dass die Drei-Monats-Spritze das Risiko für Osteoporose erhöht.
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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Antibiotika, bestimmte Medikamente gegen Epilepsie
und offenbar auch bestimmte Johanniskrautpräparate beeinträchtigen die Sicherheit der Drei-Monats-Spritze. In solchen Fällen gehen Sie lieber auf Nummer sicher und verwenden zusätzlich ein Kondom oder Diaphragma. Und: Beraten Sie sich auf alle Fälle mit Ihrem Arzt, wenn Sie außer der Spritze andere Medikamente einnehmen wollen oder müssen.
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Spirale (Intrauterinpessar, IUS)
(Pearl-Index: 0,16)Das Intrauterinpessar (auch Intrauterinsystem, IUS) wird umgangssprachlich gern einfach nur „Spirale“ genannt und bezeichnet entweder die
Hormonspirale oder die Kupfer- beziehungsweise Kupfer-Gold-Spirale, die aber über einen anderen Wirkmechanismus verfügt als die Hormonspirale.
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Die Hormonspirale
Die
Hormonspirale hat die Form eines T, wird vom Gynäkologen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt und kann dort bis zu 5 Jahre verbleiben. Die
Hormonspirale gibt kontinuierlich das
Gestagen Levonorgestrel in den Körper ab. Dieses
Hormon bewirkt, dass der
Zervixschleim im Gebärmutterhals so dickflüssig wird, dass er für
Spermien praktisch nicht zu durchdringen ist und sie auf diese Weise gehindert werden, in die Gebärmutter hinein- oder die Eileiter hochzuwandern. Außerdem hemmt Levonorgestrel die Beweglichkeit der
Spermien und schränkt damit zusätzlich noch ihre Befruchtungsfähigkeit ein. Auch auf Eireifung und Eisprung wirkt sich das
Hormon hemmend aus, während zugleich die Gebärmutterschleimhaut nicht so gut aufgebaut wird, dass sich ein befruchtetes Ei leicht einnisten könnte.
Für alle Frauen geeignet? Von Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, wird die
Hormonspirale nicht immer gut vertragen, weil ihre Gebärmutter zu klein ist. Auch Frauen mit Myomen -
das sind gutartige Muskelgeschwulste der Gebärmutter - wird in aller Regel von der Spirale abgeraten. Gut geeignet ist sie aber für alle Frauen, die einen sicheren Schutz wollen, ohne ständig über Verhütung nachdenken zu müssen, und Frauen, die
östrogenhaltige Präparate nicht vertragen. Auch wer unter starken und/oder schmerzhaften Blutungen leidet, profitiert oftmals von der Spirale – manchmal bleiben Periodenblutungen sogar aus (ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt).
Wie kommt die Spirale in die Gebärmutter? Die Spirale wird vom Gynäkologen entweder während der Periode zwischen dem 2. und dem 5. Zyklustag oder in der Zyklusmitte mir Hilfe einer Einführhülse in die Gebärmutter geschoben. Obwohl der Eingriff recht schnell geht, ist er nicht immer ganz schmerzlos. Um sich aus Furcht vor dem Schmerz nicht zusätzlich zu verkrampfen - was ihn noch zusätzlich verstärken könnte -, sollte man lieber vorher mit seiner Frauenärztin oder seinem Frauenarzt sprechen und gegebenenfalls ein Schmerzmittel nehmen. Nur wenn die Spirale richtig sitzt, schützt sie zuverlässig vor einer Schwangerschaft. Aus diesem Grund sollte Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt jedes halbe Jahr nachschauen, ob die Spirale nicht verrutscht ist. Auch Sie können zusätzlich überprüfen, ob der Sitz stimmt – dann nämlich tasten Sie in Ihrer Scheide den Rückholfaden am unteren Ende der Spirale.
Welche Nebenwirkungen sind möglich? Bei einer kleinen Zahl von Frauen, etwa 6 von 100, wird die Spirale innerhalb der ersten beiden Monate nach dem Einsetzen wieder ausgestoßen. Bei vielen Frauen braucht es auch eine Weile, bis der Körper sich an die Spirale „gewöhnt“ hat. Bis dahin kann es, besonders in den ersten 6 Monaten nach dem Einsetzen, zu Schmier- und Zwischenblutungen kommen. Auch wird gelegentlich über Stimmungsschwankungen und
Depressionen berichtet sowie vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe, Spannungsgefühle in den Brüsten oder Kopfschmerzen. Manche Frauen reagieren auf die
Gestagene mit einer leichten Verschlechterung des Hautbildes.
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Die Kupferspirale Die Kupferspirale unterscheidet sich von der
Hormonspirale im Wesentlichen dadurch, dass ihre verhütende Wirkung nicht auf das Konto von
Hormonen geht, sondern auf das des Kupfers. Von diesem Metall kontinuierlich abgegebene Minimengen sorgen dafür, dass die
Spermien so in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden, dass es nicht zur Befruchtung kommen kann. Darüber hinaus „stört“ das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich ein einmal befruchtetes Ei nicht einnisten und weiterentwickeln könnte.
Ist die Gold-Kupfer-Spirale besser als die Kupferspirale? Als Argument für eine Gold-Kupfer-Spirale wird der bessere Schutz vor Infektionen angeführt – stichhaltige Nachweise dafür fehlen jedoch. Ansonsten wirkt die Gold-Kupfer-Spirale wie die Kupferspirale auch.
Welche Nebenwirkungen sind möglich? Durch die Kupferspirale können sich die Blutungen verändern – länger andauern und auch schmerzhafter werden. In Ausnahmefällen ist es schon zu Unterleibsentzündungen gekommen, die sehr ernst genommen werden müssen und ein Grund sind, um sofort zum Arzt zu gehen (Gefahr einer späteren Unfruchtbarkeit).
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Alle 7 Tage neu: Das Verhütungspflaster
(Pearl-Index: 0,88) Kaum zu glauben: Auf die Haut geklebt und beinahe genauso sicher wie die Pille – das Verhütungspflaster! Und dabei ist das unscheinbare Pflaster kaum größer als eine handelsübliche Briefmarke zu 1,45 Euro. In seiner Wirkung aber steht es der Mikropille in nichts nach: Kaum auf der Haut, setzt es 7 Tage lang kontinuierlich in einem genau abgestimmten Verhältnis die
Hormone Östrogen und
Gestagen frei, die über die Haut in die Blutbahn gelangen und nicht nur Eireifung und Eisprung unterdrücken und eine mögliche Einnistung eines befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut verhindern, sondern auch dafür sorgen, dass der
Zervixschleim im Gebärmutterhals so zäh wird, dass
Spermien ihn nicht passieren und in die Gebärmutter oder die Eileiter gelangen können. Ein fast perfekter Schutz also, der von der Frauenärztin beziehungsweise dem Frauenarzt verordnet wird.
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Wie wird das Pflaster aufgeklebt?
Im Prinzip darf man das Pflaster außer auf die Brust überall auf den Körper kleben, wo die Haut sauber, trocken und gesund ist – Hauptsache, es wird nicht immer auf dieselbe Stelle geklebt. Dann nämlich kommt es leicht zu Hautreizungen und Irritationen. Bei den meisten Frauen hat es sich eingebürgert, das Pflaster im Wechsel auf den Bauch, die Pobacken oder die Außenseiten der Oberarme zu kleben.
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„Pflasterpflege“
Die Hersteller von Verhütungspflastern sind davon überzeugt, dass die Pflaster – außer Hautpflege mit Ölen, Salben oder anderen Kosmetika – so ziemlich alles mitmachen – Baden, Duschen, Sauna, Sport. Durchschnittlich sollen sich nur etwa zwei von 100 Pflastern vor Ablauf der 7 Tage von der Haut lösen – in diesem Fall sollte man den „Klebetest“ machen: Klebt das Pflaster durch bloßes Andrücken von allein, behält es bis zum Schluss sein Wirksamkeit. Klebt es nicht mehr oder war es länger als 24 Stunden abgelöst, muss es durch ein neues ersetzt werden.
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Wie lange wirkt ein Pflaster?
Nach 7 Tagen ist die Wirkung des Pflasters aufgebraucht, und es muss durch ein neues ersetzt werden. Insgesamt werden nacheinander drei Pflaster für jeweils 7 Tage aufgeklebt, dann wird, wie auch bei der Pille, eine Woche (in der weiterhin der Empfängnisschutz besteht) pausiert, so dass ein
Zyklus von 28 Tagen entsteht. Am besten klebt man das Pflaster immer am selben Wochentag auf, so kann man sicher sein, immer den 28-Tage-Rhythmus einzuhalten.
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Und wie steht es mit Nebenwirkungen?
Obwohl die Nebenwirkungen dieselben wie bei der Pille
sein können, gilt das Verhütungspflaster wegen seiner kontinuierlichen
Hormonabgabe ins Blut als etwas verträglicher. Da die
Hormone direkt ins Blut abgegeben werden und nicht, wie bei der Pille, den Umweg über den Magen-Darm-Trakt machen, verlieren sie durch Erbrechen oder Durchfall nichts von ihrer Wirksamkeit. Allerdings klagt rund ein Fünftel der Frauen über Hautreizungen durch die Pflaster – umso wichtiger ist es, sie nicht immer auf dieselbe Stelle zu kleben.
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Dauerschutz mit dem Verhütungsstäbchen (Hormonimplantat) im Arm
(Pearl-Index: 0,08) Mit einer Länge von 4 cm und einer Dicke von 2 Millimetern hat es hat etwa die Größe eines Streichholzes: das Verhütungsstäbchen. Dabei handelt es sich um ein
Hormonimplantat aus weichem Kunststoff, an dessen Spitze sich ein Depot mit dem
Gestagen Etonogestrel befindet. Bis zu drei Jahren setzt dieses Depot zuverlässig genau so viel
Hormon frei, wie es braucht, um sicher vor einer Empfängnis zu schützen. Studien zufolge ist das Verhütungsstäbchen etwa genauso sicher wie die Pille und eignet sich damit besonderes für Frauen, die sich nur alle drei Jahre mit dem Thema Verhütung beschäftigen wollen und/oder die
Östrogene nicht gut vertragen. Auch Frauen, für die die Spirale nicht das Mittel der Wahl ist, bietet das Stäbchen eine gute Alternative. Bei Lebererkrankungen sowie akuten
Thrombosen ist das Stäbchen im Arm nicht geeignet.
Wie
Minipille, neue Minipille,
Dreimonatsspritze und
Hormonspirale verhütet das
Verhütungsstäbchen nur mit
Gestagenen ohne
Östrogene – seine Wirkung beruht darauf, dass es sowohl den Eisprung unterdrückt, als auch dafür sorgt, dass der
Zervixschleim so dickflüssig wird, dass
Spermien nicht mehr durch ihn hindurch in Gebärmutter und Eileiter gelangen können. Die dritte „Sicherung“ des
Hormonstäbchens besteht darin, die Gebärmutter Schleimhaut hormonell so zu verändern, dass sich im Fall der Fälle – einem
Spermium gelingt der Durchbruch in die Gebärmutter und es kommt zur Befruchtung eines Eis – ein befruchtetes Ei dort praktisch nicht mehr einnisten und weiterentwickeln kann.
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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Dass sie nur auf die Haut aufgeklebt werden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verhütungspflaster
Hormone ins Blut abgeben, die zu unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen können. Neben
Antibiotika gilt das zum Beispiel auch für bestimmte Medikamente gegen Epilepsie
. In jedem Fall gehen Sie lieber auf Nummer sicher und verwenden Sie zusätzlich ein
Kondom oder
Diaphragma. Und: Beraten Sie sich auf alle Fälle mit Ihrem Arzt, wenn Sie als
Hormonpflasterträgerin Medikamente einnehmen wollen oder müssen.
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Wann wird das Stäbchen eingesetzt?
Das Verhütungsstäbchen wird zwischen dem 1. und 5. Zyklustag eingesetzt und wirkt dann sofort – für bis zu drei Jahren. Mit anderen Worten: Soll der Empfängnisschutz danach „nahtlos“ fortgesetzt werden, muss das Stäbchen sofort entfernt und gleich durch ein neues ersetzt werden. Wenn vor Ablauf der drei Jahre ein Kinderwunsch besteht, kann es problemlos auch schon früher entfernt werden. Dann kommt es wieder zu einem normalen
Zyklus mit Eisprung.
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Wie kommt das Stäbchen in den Arm?
Das Verhütungsstäbchen wird vom Arzt unter örtlicher Betäubung unter die Haut des Oberarms geschoben – bei Rechtshänderinnen in den linken und bei Linkshänderinnen in den rechten Oberarm. Um die Einstichstelle, durch die das
Implantat unter die Haut geschoben wird, zu schützen und eventuellen Blutungen vorzubeugen, wird anschließend ein Druckverband aufgebracht, der nach 24 Stunden wieder abgenommen werden kann – eine Narbe bleibt normalerweise nicht zurück.
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Sind Nebenwirkungen möglich?
Bei einigen Frauen kommt es häufiger zu Blutungen, die auch länger anhalten können. Seltener berichten Frauen darüber, dass ihre Blutungen nachlassen oder sogar ganz ausbleiben. Ansonsten kann es durch die Wirkung des Verhütungsstäbchens zu Kopfschmerzen, einer Gewichtszunahme und Spannungsgefühlen in den Brüsten kommen. Eine bereits bestehende
Akne kann sich verschlechtern.
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Nur im Notfall: Die „Pille danach“ und die „Spirale danach“
(Pearl-Index: 1-5) Wenn es – weil zum Beispiel die Verhütung versagt hat – möglicherweise zu einer Empfängnis kommen könnte, kann der Arzt die Pille oder die Spirale danach verschreiben.
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Wie funktioniert die „Pille danach“?
Die „Pille danach“ besteht in der Regel aus zwei
Hormontabletten, die das
Gestagen Levonorgestrel enthalten und im Abstand von 12 Stunden eingenommen werden müssen. Das Präparat verhindert nicht nur die Befruchtung einer Eizelle, weil sie den Eisprung unterbindet, sondern auch, dass ein unter Umständen doch befruchtetes Ei sich in der Gebärmutter einnisten kann. Normalerweise braucht das befruchtete Ei etwa eine Woche, bis es sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet und damit eine Schwangerschaft vorliegt. Ist es erst einmal so weit gekommen, hilft auch die „Pille danach“ nicht mehr.
Bis wann kann man die „Pille danach“ nehmen? Wenn sie innerhalb von maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, kann die „Pille danach“ – vorschriftsmäßig eingenommen, versteht sich – in den meisten Fällen eine Schwangerschaft verhindern. Je früher sie eingenommen wird, umso sicherer wirkt sie. Wenn es trotz „Pille danach“ zu einer Schwangerschaft kommt (oder sie sogar während einer Schwangerschaft eingenommen wurde), muss nicht befürchtet werden, dass das Kind Schaden genommen hat.
Hat die „Pille danach“ Nebenwirkungen? Übelkeit und Erbrechen sind häufig – tritt Erbrechen schon kurz nach Einnahme der Pille auf (in den ersten 3 Stunden), sollten Sie am besten gleich noch einmal zum Arzt gehen, denn möglicherweise ist die Wirksamkeit dann beeinträchtigt oder gar nicht mehr gegeben. Leider müssen Sie dann noch einmal zur „Pille danach“ greifen. Des Weiteren kann es unter der
Hormonwirkung zu Spannungsgefühlen in den Brüsten, Kopfschmerzen, Schmier- und Zwischenblutungen kommen.
Sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich? Prinzipiell ja – manche können die „Pille danach“ sogar wirkungslos machen. Weisen Sie Ihren Arzt deswegen unbedingt darauf hin, wenn Sie andere Medikamente einnehmen.
Neue „Pille danach“ Seit Oktober 2009 ist ein neues Präparat der „Pille danach“ auf dem Markt. Der Wirkstoff Ulipristalacetat wird als einmalige Tablette eingenommen und verhindert eine Schwangerschaft bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr.
Bislang sind noch wenige Studien zu Ulipristalacetat veröffentlicht worden. Sie lassen darauf schließen, dass die Wirksamkeit innerhalb der ersten 72 Stunden mit Produkten vergleichbar ist, die als Wirkstoff Levonogestrel enthalten. Da allerdings noch keine Daten vorliegen, ob es bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft zu Fehlbildungen kommen kann, muss eine Schwangerschaft vor der Einnahme ausgeschlossen werden.
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Wie funktioniert die „Spirale danach“?
Die „Spirale danach“ wird vom Arzt eingesetzt und ist eine Kupferspirale, wie sie auch zur Verhütung verwendet wird. Ihre Wirksamkeit beruht zum einen darauf, dass das abgegebene Kupfer die Beweglichkeit der
Spermien hemmt und sie so daran hindert, zum befruchtungsfähigen Ei zu gelangen. Zum anderen verhindert sie, dass ein möglicherweise doch befruchtetes Ei sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.
Bis wann kann die „Spirale danach“ eingesetzt werden? Viel Zeit bleibt auch für die „Spirale danach“ nicht: Innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr muss sie vom Arzt eingesetzt werden.
Hat die „Spirale danach“ Nebenwirkungen? Manche Frauen leiden kurz nach Einsetzen der Spirale unter krampfartigen Schmerzen im Unterleib, die dann aber bald nachlassen. Auch die Blutungen können verändert sein – länger anhalten und schmerzhafter sein.
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