Natürlich verhüten: Die fruchtbaren Tage erkennen
Allen natürlichen Verhütungsmethoden ist gemeinsam, dass sie nicht in den hormonellen Regelkreis der Frau eingreifen und unerwünschte Nebenwirkungen ausbleiben. Die meisten setzen aber voraus, dass die Frau ihren Körper sehr gut kennt und der Mann ein Meister der Selbstbeherrschung ist.Im Überblick
Die Basaltemperaturmethode
(Pearl-Index: nach dem Eisprung 0,8- vor dem Eissprung 3) Die
Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur, die morgens nach dem Aufwachen gemessen wird und menstruationstypischen Schwankungen unterlegen ist. Alles, was man dafür braucht, ist ein genaues Thermometer sowie Papier und Bleistift, um die täglich gemessene Temperatur aufzuzeichnen.
Als besonders zuverlässig hat sich die Basaltemperaturmethode bei Frauen erwiesen, die schon etwas erfahrener im Umgang mit sich und ihrem Körper sind und außerdem einen regelmäßigen
Menstruationszyklus haben. Auch ein eher regelmäßiges Leben ist eine gute Voraussetzung, um die Basaltemperaturmethode konsequent und richtig einzusetzen.
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Was steckt hinter der Basaltemperaturmethode?
Der Zyklus einer Frau ist durchschnittlich 28 Tage lang (etwas längere, etwas kürzere und nicht immer exakt gleich lange Zyklen sind in der Regel normal und meistens kein Anlass zur Sorge). In der Mitte des Zyklus – bei einem regelmäßigen Zyklus mit 28 Tagen also am 14. Tag nach Beginn der Periodenblutung – liegt der Eisprung (
Ovulation). Wichtig zu wissen: Der Eisprung liegt nicht 14 Tage nach Beginn der Monatsblutung, sondern 14 Tage
vor der nächsten Blutung (deren Eintreten man bei einem unregelmäßigen Zyklus nicht genau voraussagen kann). Mit anderen Worten: Ist der Zyklus 25 Tage lang, liegt der Eisprung am 11. Tag, bei einem Zyklus von 32 Tagen am 18. Tag nach Beginn der Monatsblutung.
Innerhalb eines Zyklus – vom 1. Tag der Regelblutung bis zum 1. Tag der darauf folgenden Menstruation – kann man leichte Schwankungen der Körpertemperatur messen, die in etwa immer dem gleichen Muster folgen: Von der Periode bis zum Eisprung ist die Basaltemperatur niedrig, Nach dem Eisprung steigt sie um etwa zwei bis 5 Zehntelgrade an und bleibt dann bis zur nächsten Blutung leicht erhöht. Etwa drei Tage nach dem Temperaturanstieg beginnen die unfruchtbaren Tage, in denen keine Empfängnis stattfinden kann.
Bedenkt man, dass die
Spermien etwa zwei bis drei Tage lebensfähig sind und somit auf die Eizelle „warten“ können und die Eizelle nach dem Eisprung etwa 1 Tag befruchtungsfähig ist, muss die fruchtbare Zeit mit etwa 4 Tagen vor und ein Tag nach dem Eisprung angesetzt werden. In dieser Zeit kann ein Paar, das nicht das Risiko einer Schwangerschaft eingehen will, entweder nur geschützt (durch eine chemische und/oder
Barrieremethode) miteinander Verkehr haben oder gar nicht.
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Anfällig für Schwankungen: die Basaltemperatur
Nach dem Eisprung steigt die
Basaltemperatur um ein paar Zehntelgrade an – von zum Beispiel 36,3 Grad Celsius auf 36,7 Grad Celsius Der Eisprung ist aber nur eine von vielen Ursachen, die Einfluss auf die Körpertemperatur haben. Schon auf kleine Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf reagiert der Körper mit geringfügigen Schwankungen der Körpertemperatur. Eine ausgiebige Feier am Abend etwa kann die übliche Temperaturkurve bereits verändern, vor allem aber haben Stress, Erkältungen und andere fieberhafte Erkrankungen, Alkohol, schlaflose Nächte und bestimmte Medikamente Einfluss auf ihren Verlauf. Aus diesem Grund kann man aus den Aufzeichnungen der
Basaltemperatur nur dann Schlüsse ziehen, wenn man sie über mehrere Monate durchführt und die einzelnen Kurven miteinander vergleichen kann.
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Wie wird die Basaltemperatur richtig gemessen?
- Die Basaltemperatur wird jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen am besten nach einem sechsstündigen Schlaf und bevor Sie das Bett verlassen, um zum Beispiel zur Toilette zu gehen, gemessen. Am genauesten sind die Messungen, wenn sie immer um die gleiche Uhrzeit vorgenommen werden – wenn Sie zum Beispiel am Wochenende gern ein paar Stündchen länger schlafen als sonst, tragen Sie das in der Tabelle ein, damit Sie Schwankungen in der Temperaturkurve besser deuten können.
- Messen Sie immer an derselben Stelle – im Mund, in der Scheide oder im After - und tragen Sie dann den gemessenen Wert in eine Tabelle ein. Wenn Sie sich die Tabelle nicht selbst anfertigen wollen, können Sie sie auch in der Apotheke bekommen oder im Internet finden (unter den Stichworten „Basaltemperatur“ und „Tabelle“ finden Sie gleich mehrere Angebote).
- Gute Tabellen haben immer einen Zusatz, in dem Sie besondere Vorkommnisse eintragen können – zum Beispiel dass Sie ein Erkältung oder nur drei Stunden geschlafen haben.
Woran erkenne ich, dass ich einen Eisprung habe?
Sie haben an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine höhere Temperatur gemessen als an den vorausgegangenen sechs Tagen? Dann haben Sie aller Wahrscheinlichkeit nach einen Eisprung gehabt. Ab dem dritten Tag nach Temperaturanstieg beginnen Ihre unfruchtbaren Tage, in denen es nicht mehr zu einer Empfängnis kommen kann.
Woran erkenne ich, dass ich einen Eisprung habe?
Sie haben an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine höhere Temperatur gemessen als an den vorausgegangenen sechs Tagen? Dann haben Sie aller Wahrscheinlichkeit nach einen Eisprung gehabt. Ab dem dritten Tag nach Temperaturanstieg beginnen Ihre unfruchtbaren Tage, in denen es nicht mehr zu einer Empfängnis kommen kann.
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Die fruchtbaren Tage bestimmen mit dem Zykluscomputer
Zykluscomputer sollen Frauen darin unterstützen, ihre fruchtbaren Tage zu identifizieren. Zwei Arten von Zykluscomputern lassen sich dabei unterscheiden: Die einen errechnen die fruchtbaren Tage auf Basis von Temperaturmessungen, die anderen bestimmen anhand der
Hormone im Urin, wann ein Frau am fruchtbarsten ist.
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Zykluscomputer zur Temperaturmessung (Pearl-Index: je nach Hersteller 1 - 6)
Im Grunde leistet der etwa handtellergroße Computer mit Display nichts anderes als die Basaltemperaturmethode
: Er misst die Körpertemperatur, berechnet daraus die fruchtbaren Tage und gibt grünes Licht, wenn Sie ungeschützt Verkehr haben können. Auch für ihn gilt: Je länger der Zeitraum, an dem täglich die Temperatur gemessen und gespeichert wird, umso zuverlässiger kann der Computer die fruchtbaren Tage „erkennen“.
Einfache Handhabung
Der Zykluscomputer verfügt über einen Messfühler, der die Körpertemperatur misst, wenn er in den Mund geschoben wird. Die Messung sollte morgens vor dem ersten Aufstehen und am besten immer etwa um die gleiche Uhrzeit vorgenommen werden. Die gemessene Temperatur wird gespeichert, und aus den gewonnenen Daten werden der Eisprung und damit die fruchtbaren Tage berechnet.
Ist diese Methode sicher?
Unsere Körpertemperatur reagiert sehr sensibel: Stress, eine schlaflose Nacht oder Kummer kann sie ebenso beeinflussen wie eine Erkältung, Schichtdienst oder eine Reise. Weil der Eisprung sich nur mit einem Temperaturanstieg von etwa 0,2 bis 0,5 Grad Celsius bemerkbar macht, können die genannten „Störfaktoren“ die Temperaturkurve verfälschen und den vom Computer berechneten Zeitpunkt unzuverlässig machen. Erst Messungen über mehrere Zyklen hinweg können Fehlerquellen, die Einfluss auf die Temperatur haben können, ausgleichen und die Computer-Berechnungen des Eisprungs zuverlässiger machen.
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Zykluscomputer zur Hormonbestimmung (Pearl-Index: 6,5)
Der Verlauf des Zyklus der Frau wird im Wesentlichen von den Geschlechts
hormonen Östrogen und
LH (Luteinisierendes Hormon) bestimmt, die sich auch im Urin nachweisen lassen. Auf dieser Grundlage funktioniert übrigens auch der Schwangerschaftstest. Der Zykluscomputer zur
Hormonbestimmung misst, wann eine Frau ihre fruchtbaren Tage hat – sie kündigen sich durch einen Anstieg des
Östrogens ein paar Tage vor dem Eisprung an. Das
LH wiederum löst den Eisprung aus. Aus der Konzentration von
LH im Urin berechnet der Computer dann, wann die fruchtbaren Tage enden. Die heutigen Computer sind so „intelligent“, dass sie auch an die
Spermien und ihre Überlebens-Dauer denken und dieses „Wissen“ bei der Berechnung der fruchtbaren Tage berücksichtigen.
Wie wird die Messung durchgeführt?
Zuerst muss der Computer „wissen“, wann der richtige Zeitpunkt zur Bestimmung der
Hormonkonzentration im Urin ist. Dafür braucht er lediglich die Eingabe des ersten Zyklustages, an dem die Blutung beginnt. Damit errechnet er, an welchen Tagen die
Hormonkonzentration im Urin gemessen werden muss. An diesen Tagen geben Sie ein paar Tropfen Morgenurin (gleich nach dem Aufstehen) auf ein Teststäbchen und führen dieses in einen dafür vorgesehenen Schlitz im Computer ein. Nun kann der Computer die
Hormonkonzentration „lesen“ und Auskunft darüber geben, wann Sie fruchtbar sind.
Kann ich mich auf die Ergebnisse des Computers verlassen?
Wie der
Pearl-Index von 6,5 zeigt, sind die Berechnungen des Computers nicht sehr zuverlässig: Immerhin werden 6,5 von 100 Frauen, die ein Jahr lang auf diese Weise verhüten, ungewollt schwanger. Zudem werden die
Hormone – ähnlich wie auch die Körpertemperatur – von äußeren Umständen, aber auch von Erkrankungen beeinflusst.
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Die Rötzer-Methode
(Symptothermale Verhütung, Pearl- Index: 0,3) Dr. Josef Rötzer entwickelte vor rund 50 Jahren eine Methode, bei der er die Basaltemperaturmessung mit der Beurteilung des
Zervixschleims kombinierte. Ergebnis: eine Verhütungsmethode, die fast genauso sicher ist wie die Pille. Um die
Rötzer-Methode sicher anwenden zu können, braucht es zweierlei: eine sehr gute Einweisung – am besten durch eine Hebamme oder den Frauenarzt – und Erfahrung. Frauen, die die
Rötzer-Methode beherrschen, können an den Zeichen ihres Körpers fast mit Gewissheit erkennen, ob eine Empfängnis möglich ist oder nicht.
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Worauf basiert die Rötzer-Methode?
Zusätzlich zur Basaltemperatur können Frauen mit der
Rötzer-Methode auch typische Veränderungen des Muttermundes und des
Zervixschleims während des Zyklus erfassen und beurteilen.
Was besagt die Basaltemperatur?
Frauen, die regelmäßig ihre
Basaltemperatur messen, können recht genau vorhersagen, wann sie fruchtbar sind und wann ungeschützter Verkehr möglich ist.
Was kann man am Muttermund beobachten?
Eine Frau, die den Zeigefinger tief in die Scheide einführt, kann dort den Gebärmutterhals und, als kleine Öffnung auf dessen Kuppe, den Muttermund tasten. Im Laufe des Zyklus verändert sich der Muttermund – nicht viel, aber mit etwas Übung kann man diese Veränderungen ertasten: Während er sich in den unfruchtbaren Tagen zu Beginn des Zyklus trocken und die Öffnung sich winzig klein anfühlt, kann man um den Eisprung herum fühlen, wie sich mehr Schleim bildet und auch die Muttermundöffnung weicher und größer wird. Wenn sie am größten ist, sind Sie am fruchtbarsten, denn dann ist der Zeitpunkt für den Eisprung gekommen.
Und welche Rolle spielt die Beobachtung des Zervixschleims?
Die Zervix ist der Gebärmutterhals. An den unfruchtbaren Tagen ist er von einem Schleimpropf verschlossen, der Krankheitserreger davon abhält, in die Gebärmutter hinein- und die Eileiter hochzuwandern. Unter der Wirkung des
Hormons Östrogen wird dieser Schleim jedoch immer flüssiger, je näher der Eisprung kommt. Vor und während des Eisprungs wird vermehrt
Zervixschleim gebildet – zum Zeitpunkt des Eisprungs ist dieser Schleim besonders „spinnbar“, wie die Mediziner sagen, das heißt, er zieht Fäden, wenn man ihn zwischen Daumen und Zeigefinger zieht. Konsistenz und Zusammensetzung des Schleims haben eine wichtige Funktion: die Versorgung der
Spermien mit Nährstoffen, denn bis sie zum befruchtungsfähigen Ei gelangen, kann es ein oder zwei Tage, manchmal sogar noch etwas länger dauern.
Die Spinnbarkeit des Schleims um den Zeitpunkt des Eisprungs herum ist ein weiteres Indiz dafür, dass eine Frau hochfruchtbar ist. Sie ist jedoch individuell sehr verschieden, so dass nicht jede Frau einen deutlichen Unterschied in der Schleimstruktur ihres
Zervixschleims um den Eisprung herum feststellen kann.
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Wie wird die Rötzer-Methode praktisch angewandt?
Damit keine wichtigen Beobachtungen und Daten vergessen werden, besorgen Sie sich am besten zuerst eine Tabelle für die Erfassung von Temperatur und Schleimstruktur. In diese Tabelle tragen Sie folgende Beobachtungen und Daten ein:
- Welche Veränderungen Sie am Muttermund ertasten
- Ob Sie den Eisprung gespürt haben (den so genannten Mittelschmerz)
- Eventuelle Spannungsgefühle in den Brüsten, die in der Regel einige Tage bevor die Periode beginnen
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Was kann die Ergebnisse der Rötzer-Methode verfälschen?
Im Prinzip alles, was auch bei der Messung der
Basaltemperatur zu Verfälschungen führen kann: zum Beispiel Unregelmäßigkeiten im Tagesrhythmus, Erkältungen und fieberhafte Erkrankungen, Stress, Alkohol oder zu wenig Schlaf. Frauen, die die
Rötzer-Methode über einen längeren Zeitraum anwenden, entwickeln jedoch ein feines Gespür für das „Zusammenspiel der Zeichen“ und lassen sich von Schwankungen, die durch äußere Einflüsse verursacht werden, meist nicht mehr verunsichern oder verwenden in den „gefährlichen“ Tagen Verhütungsmittel (chemische und/oder mechanische).
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Kalendermethode nach Knaus-Ogino
(Pearl-Index: 9- 38) Die nach dem Österreicher Hermann Knaus und dem Japaner Kyusyku Ogino benannte Methode ist auch unter den Namen Kalender- oder Rhythmusmethode bekannt und gehört zu den Methoden, die für Paare, die sicher kein Kind wollen, nicht zu empfehlen sind. Nach der derzeitig gültigen WHO-Definition gehört diese rein rechnerische Methode nicht zur natürlichen Familienplanung, wir erwähnen sie nur, da sie eine Verhütungsmethode ohne die Anwendung von Mitteln darstellt.
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Wie funktioniert die Knaus-Ogino-Methode?
Im Zentrum steht die Frage nach der Länge der Zyklen. Dazu wird über mindestens ein halbes Jahr notiert, wie viele Tage jeder Zyklus gedauert hat – und zwar vom ersten Tag der Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der darauffolgenden Monatsblutung.
Berechnungsformel
Man nimmt seinen kürzesten Zyklus und zieht davon – immer! – 18 Tage ab. Bei 26 Zyklustagen kommt man also auf die Zahl 8. Anschließend nimmt man seinen längsten Zyklus und zieht davon – immer! – 11 Tage ab. Bei 32 Tagen kommt man so auf die Zahl 21. Mit diesen beiden Zahlen hat man die fruchtbaren Tage eingegrenzt: In diesem Fall kann es zwischen dem 8. und dem 21. Zyklustag zu einer Empfängnis kommen, wenn nicht verhütet wird, vor dem 8. und nach dem 21. Tag ist eine Schwangerschaft aber so gut wie ausgeschlossen.
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Für wen eignet sich die Knaus-Ogino-Methode?
Frauen, deren Leben eher regelmäßig verläuft und die nicht lange überlegen müssen, an welchem Zyklustag sie sich gerade befinden, können mit Knaus-Ogino ziemlich sicher verhüten – zumal, wenn sie mit Verhütungspraktiken für die „gefährlichen“ Tage bestens vertraut sind und sie auch anwenden. Aber nicht alle Frauen haben ihren Kalender im Kopf – das erklärt, warum die Knaus-Ogino-Methode nicht als sicherer Empfängnisschutz empfohlen wird (s.
Pearl-Index 9-38).
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Das Prinzip Selbstdisziplin: Der Coitus interruptus
(Pearl- Index: 4-18) Wenn es absolut nicht zu einer Schwangerschaft kommen darf, ist der unterbrochene Geschlechtsverkehr – lateinisch coitus interruptus – für den Mann wie für die Frau eine echte Nervensache: Der Mann muss sich während des Verkehrs die ganze Zeit darüber im Klaren sein, dass er rechtzeitig vor dem Samenerguss sein Glied aus der Scheide der Frau ziehen muss, die Frau zittert womöglich jede Sekunde, ob der Mann auch wirklich daran denkt. Dass der
Coitus interruptus eine unsichere (und lustfeindliche) Sache ist, sieht man am
Pearl-Index: Je nach Studie sind 4 bis 18 Frauen, die ein Jahr lang auf diese Weise verhütet haben, dadurch ungewollt schwanger geworden.
Kann Mann den Coitus interruptus „üben“?
Sicher kann ein Mann erfahren darin werden, genau zu spüren, wann er zur
Ejakulation kommt, und trainieren, vorher das Glied aus der Scheide zurückzuziehen. Allein: Auf der sicheren Seite ist das Paar deswegen nicht. Denn einerseits können schon vor der
Ejakulation ein paar Spermatropfen, die so genannten Lusttropfen, abgehen, und andererseits können, bei einem Samenerguss vor der Scheide, trotzdem
Spermien in die Gebärmutter hochwandern und ein Ei befruchten.
Worauf ist beim Coitus interruptus noch zu achten?
Spermien sind nicht so leicht unterzukriegen. Auch wenn der Samenerguss nicht in der Scheide stattgefunden hat, können
Spermien auf Umwegen – zum Beispiel über die Hände – in die Scheide gelangen und von dort aus ihre Reise zu einem befruchtungsfähigen Ei antreten. Aus diesem Grund sollten Mann und Frau sich nach dem unterbrochenen Verkehr sorgfältig waschen.
Für wen ist der Coitus interruptus zu empfehlen?
Eigentlich für niemanden. Denn abgesehen davon, dass das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft viel zu hoch ist, möchten die wenigsten Paare sich gerade beim Liebespiel in Selbstdisziplin üben.
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